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Pflege

Lavendel im Garten pflanzen, schneiden und pflegen

Lavendel richtig pflanzen, schneiden und pflegen: Standort, Boden, Giesstipps und der Schnitt-Kalender fuer dichten, langlebigen Lavendel im Garten.

8 Min. Lesezeit · Aktualisiert 16. Juni 2026

Lavendel gehoert zu den beliebtesten Gartenpflanzen in Mitteleuropa - und das aus gutem Grund. Er bluehlt zuverlaessig, duftet intensiv, lockt Bienen und Schmetterlinge an und braucht, wenn er einmal gut eingewachsen ist, kaum Aufmerksamkeit. Trotzdem scheitern viele Gaertnerinnen und Gaertner daran, dass Lavendel nach wenigen Jahren verkahlte Holzteile zeigt oder den Winter nicht uebersteht. Der Schluessel liegt in der richtigen Pflege von Anfang an.

Welche Lavendelarten eignen sich fuer den Garten?

Nicht alle Lavendelsorten sind gleich winterhart. Fuer Gaerten in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz eignen sich vor allem diese Typen:

  • Echter Lavendel (Lavandula angustifolia): Die robusteste und winterhaerteste Wahl. Wird bis zu 60 Zentimeter hoch, gedeiht auch in raueren Lagen und ist in vielen Sorten erhaltlich, von kompakt und schmalblattrig bis gross und duftintensiv.
  • Lavandin (Lavandula x intermedia): Eine Kreuzung aus Echtem Lavendel und Speiklavendel. Wird groesser und blueht laenger, vertraegt aber keine harten Winter so gut.
  • Schmalblattlavendel: Besonders trockentolerant und gut fuer warme, suedexponierte Plaetze.

Wenn du in einer Region mit strengen Wintern wohnst, greifst du am besten zu Sorten des Echten Lavendels mit nachgewiesener Winterhaerte.

Den richtigen Standort waehlen

Lavendel stammt aus dem Mittelmeerraum und will das im Garten auch sehen. Ein paar Grundregeln:

  • Voll Sonne: Mindestens sechs Stunden direkte Sonne pro Tag. Halbschatten fuehrt zu weniger Bluetenblueten und lockerem Wuchs.
  • Warme, trockene Lage: Suedexponierte Beete, Steingaerten, Kiesflaaechen oder Mauerbeete sind ideal.
  • Gute Luftzirkulation: Zu enge Nachbarschaft mit anderen Pflanzen foerdert Pilzkrankheiten.

Wie und wann pflanzt man Lavendel?

Der beste Pflanzzeitpunkt ist das Fruehjahr nach dem letzten Frost, also je nach Region zwischen Mitte April und Anfang Mai. Im Herbst gepflanzter Lavendel hat weniger Zeit, sich vor dem Winter einzuwurzeln.

So gehst du vor:

  1. Pflanzloch etwa doppelt so breit wie der Wurzelballen ausheben.
  2. Schwere Boeden mit Sand oder feinem Kies auflockern, ein paar Zentimeter Drainageschicht aus Kies am Grund einlegen.
  3. Lavendel einsetzen und gut andrucken.
  4. Grosszuegig angiessen, aber keine Pfuetzen entstehen lassen.
  5. Bei frisch gepflanzten Stauden die ersten Wochen regelmaessig giessen.

Der Pflanzabstand haengt von der Sorte ab, betraegt aber meist 30 bis 50 Zentimeter. Als Heckenpflanzung rechnet man mit einer Reihenbreite, die dem halben Endwuchs entspricht.

Boden und Duengung: Weniger ist mehr

Lavendel ist ein typisches Kind karger Boeden. Er braucht keine naehrstoffreiche Erde und profitiert auch nicht von regelmaessiger Duengung. Im Gegenteil: Zu viel Stickstoff foerdert zwar blattiges Wachstum, aber weniger Bluetenblueten und macht die Pflanze anfaelliger.

BodeneigenschaftIdeal fuer Lavendel
DurchlaessigkeitSehr gut, kein Staunasser
pH-Wert6,5 bis 8 (neutral bis leicht basisch)
NaehrstoffgehaltEher mager
HumusanteilNiedrig bis mittel
TexturSandig-lehmig, kiesig

Wenn du wirklich duengen moechtest, genuegt eine kleine Gabe eines mineralischen Volldungers im Fruehjahr, moeglichst stickstoffarm. Auf organische Duenger wie Kompost oder Hornspane solltest du bei Lavendel weitgehend verzichten.

Das richtige Giessen: Wie oft ist zu oft?

Lavendel ist, sobald er sich gut etabliert hat, bemerkenswert trockenheitsvertraeglich. Die haeufigste Fehlerquelle ist Uebergiessen, vor allem in schweren Boeden. Staunasse fuehrt rasch zu Wurzelfaeule.

Faustregel: Lieber seltener und dafuer gruendlich giessen als ein bisschen jeden Tag. Die Erdoberflaeche darf zwischen den Wassergaben ruhig austrocknen. In sehr heissen Sommerperioden freut sich Lavendel auch im Wurzelbereich ueber gelegentliche Wasserversorgung.

Frisch gepflanzte Stauden brauchen in den ersten vier bis sechs Wochen mehr Aufmerksamkeit, bis die Wurzeln tief genug reichen.

Wann und wie Lavendel schneiden?

Der Ruckschnitt ist das Wichtigste, was du fuer langjahrigen, dichten Lavendel tun kannst. Ohne regelmaessigen Schnitt verholzt der Strauch von innen heraus und wird kahl. Das verholzte Altholz treibt nicht mehr aus.

Zweimal im Jahr schneiden:

  1. Fruehjahrsschnitt (Marz bis April): Warte, bis die neuen gruenen Triebe zwei bis drei Zentimeter aus dem Altholz herausschauen. Schneide den Strauch dann auf diese Hoehe zurueck, aber immer noch ins Gruene. Nie ins kahle Holz schneiden.
  2. Sommerrueckschnitt nach der Blute (Juli bis August): Entferne die verbluhten Stiele und kuerze den Strauch leicht ein. Das foerdert manchmal noch eine zweite, schwaechere Bluetenperiode und haelt die Form kompakt.

Ein scharfes Gartenmesser oder eine scharfe Schere ist wichtig, um saubere Schnitte zu erzielen ohne die Triebe zu quetschen.

Ueberwinterung: Braucht Lavendel Winterschutz?

Echter Lavendel ist in den meisten Teilen Deutschlands ohne Winterschutz auszupflanzen, sofern der Standort trocken und sonnig ist. Problematisch wird es bei nassen Wintern oder in Regionen mit anhaltend strengem Frost.

Ein paar Massnahmen fuer rauere Lagen:

  • Frisch gepflanzte Stauden im ersten Winter mit etwas Reisig oder Vlies abdecken.
  • Keine Herbstduengung mit Stickstoff, da die Pflanze sonst zu spaet abhaertet.
  • Topflavendel muss im Winter frostgeschuetzt ueberwintern (kuehl, hell, fast trocken).

Verwandte Themen findest du in unserem Artikel ueber die Pflege von Rosen im Jahreslauf oder wenn du dir noch unschluessig bist, welche Stauden zu deinem Garten passen, wirf einen Blick in unsere Pflegetipps fuer Balkonblumen.

Schnaedlinge und Krankheiten: Was du beachten solltest

Lavendel ist im Allgemeinen robust. Haeufigere Probleme sind:

  • Grauschimmel (Botrytis): Entsteht bei zu viel Feuchtigkeit und mangelnder Luftzirkulation. Befallene Teile grosszuegig entfernen, Standort verbessern.
  • Wurzelfaeule: Fast immer durch Staunasse verursacht. Vorbeugung durch guten Boden und massvoll giessen.
  • Zikaden: Koennen Triebe befallen, sind aber selten ein ernstes Problem.

Chemische Mittel braucht es bei Lavendel fast nie. In den meisten Faellen hilft bereits ein optimierter Standort und regelmaessiger Schnitt.

Lavendel vermehren: Stecklinge im Sommer

Wer seinen Bestand erweitern will, kann Lavendel problemlos ueber Stecklinge vermehren. Die beste Zeit dafuer ist der Sommer nach der Blute:

  • Nichtverholtzte Triebspitzen von acht bis zwolf Zentimeter Laenge abschneiden.
  • Die unteren Blaetter entfernen, damit nur noch die Spitze bestlaubt ist.
  • In mageres, durchlaessiges Anzuchtsubstrat stecken.
  • Feucht halten (nicht nass) und hell, aber ohne pralle Mittagssonne aufstellen.
  • Nach etwa vier bis sechs Wochen sollten Wurzeln gebildet sein.

So gewonnene Jungpflanzen ueberwinterst du am besten frostfrei und pflanzt sie im naechsten Fruehjahr aus.


Lavendel ist eine der lohnendsten Gartenpflanzen, wenn man die wenigen aber wichtigen Pflegegrundlagen beachtet. Richtiger Standort, durchlaessiger Boden, wenig Wasser und ein konsequenter Schnitt im Fruehjahr - das ist wirklich alles, was er braucht. Wer das beherzigt, hat viele Jahre Freude an duftenden, summenden Laendeln im Garten.

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Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt, um Lavendel zu schneiden?

Lavendel wird am besten zweimal im Jahr geschnitten: einmal leicht nach der ersten Bluetenperiode im Sommer und einmal craeftiger im Fruehjahr, wenn die neuen Triebe etwa zwei bis drei Zentimeter lang sind. So bleibt der Strauch kompakt und bluehfreudig.

Welcher Boden eignet sich fuer Lavendel im Garten?

Lavendel bevorzugt durchlaessige, eher magere Boeden mit einem neutralen bis leicht alkalischen pH-Wert. Schwere, staunasse Lehmboeden vertraegt er schlecht. Wer solche Boeden hat, hilft mit einer Beimischung von Sand oder Kies nach.

Wie oft muss man Lavendel giessen?

Einmal etabliert, kommt Lavendel mit wenig Wasser aus und ist recht trockenheitsvertraeglich. In der Einwurzelungsphase nach dem Pflanzen regelmaessig giessen, danach nur bei anhaltender Trockenheit. Staunasse sollte unbedingt vermieden werden.

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