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Pflege

Pflanzenkrankheiten erkennen und richtig behandeln

Mehltau, Blattläuse, Grauschimmel: Lerne die häufigsten Pflanzenkrankheiten und Schädlinge bei Blumen kennen und bekämpfe sie wirksam.

8 Min. Lesezeit · Aktualisiert 16. Juni 2026

Braune Flecken auf den Blättern, klebrige Triebe oder ein weißlicher Belag auf den Blüten - Pflanzenkrankheiten und Schädlinge können selbst gesunde Blumen überraschend schnell befallen. Die gute Nachricht: Wer die Symptome frühzeitig erkennt, kann in den meisten Fällen gegensteuern, bevor echte Schäden entstehen.

Dieser Ratgeber gibt dir einen praxisnahen Überblick über die häufigsten Probleme und zeigt, was du dagegen tun kannst.

Die häufigsten Pilzkrankheiten bei Blumen

Pilze sind die wohl verbreitetste Ursache für Pflanzenkrankheiten. Sie gedeihen besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit, schlechter Belüftung und Temperaturen zwischen etwa 15 und 25 Grad Celsius.

Echter Mehltau: weißer Belag auf Blättern und Stängeln

Echter Mehltau zeigt sich als mehliger, weißlicher Belag auf Blattoberflächen, Stängeln und manchmal Blüten. Er tritt vor allem bei trockener Wärme und gleichzeitig hoher Luftfeuchtigkeit in der Nacht auf. Rosen, Dahlien und Phlox gehören zu den häufig betroffenen Blumen.

Was hilft: Befallene Blätter entfernen und gut belüften. Eine bewährte Hausmittel-Mischung ist Backpulver mit Wasser und etwas Spülmittel als Spritzung. Im Handel gibt es zugelassene Fungizide auf Basis von Schwefel oder Backpulver-Wirkstoffen.

Grauschimmel (Botrytis): der unsichtbare Feuchtigkeitsfeind

Grauschimmel erkennt man am graubraunen, flauschigen Schimmelbelag, der sich auf Blüten, Blättern oder faulenden Stängelteilen bildet. Betroffen sind vor allem Geranien, Petunien und Begonien bei nassem, kühlem Wetter.

Was hilft: Vermeide Staunässe und gieße nach Möglichkeit morgens, damit die Pflanze tagsüber abtrocknen kann. Stark befallene Pflanzenteile großzügig abschneiden und entsorgen, nicht in den Kompost.

Echter vs. Falscher Mehltau - ein häufiger Verwechslungsfehler

MerkmalEchter MehltauFalscher Mehltau
Belag auf BlattseiteOberseiteUnterseite
Farbe des BelagsWeiß/mehligGrau-violett
TexturTrocken, wischbarFeuchter Sporenrasen
Typische BedingungenTrocken-warm tagsüberFeucht und kühl

Schädlinge, die Blumen häufig befallen

Blattläuse: klein, aber wirkungsvoll

Blattläuse sind meist grün, schwarz oder braun und sitzen dicht gedrängt an jungen Trieben und Blütenknospen. Sie saugen Pflanzensaft und hinterlassen einen klebrigen Belag (Honigtau), auf dem sich oft Rußtaupilz ansiedelt. Häufig betroffen sind Rosen, Kapuzinerkresse und viele Sommerblumen.

Was hilft:

  • Blattläuse einfach mit einem starken Wasserstrahl abspritzen
  • Seifenlösung aus ein paar Tropfen Spülmittel in Wasser als Spritzung
  • Nützlinge fördern: Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen fressen Blattläuse natürlich
  • Bei starkem Befall Neemöl-Produkte verwenden

Spinnmilben: wenn Blätter sich gelblich verfärben

Spinnmilben sind kaum sichtbar, hinterlassen aber feine Gespinste auf der Blattunterseite. Betroffene Blätter bekommen eine gelbliche, silbrige oder bronzierte Färbung. Sie treten vor allem bei heißem, trockenem Wetter auf und befallen unter anderem Rosen, Chrysanthemen und Topfblumen in Innenräumen.

Was hilft: Luftfeuchtigkeit erhöhen, regelmäßig Blätter mit Wasser besprühen. Neem-haltige Mittel oder Raubmilben als Nützlinge helfen bei stärkerem Befall.

Thripse: schwer zu sehen, leicht zu erkennen an den Schäden

Thripse sind winzige, gelblich-braune Insekten, die du ohne Lupe kaum erkennst. Sie verursachen silbrig-weiße Schraffierungen auf Blättern und Blüten. Besonders anfällig sind Gladiolen, Chrysanthemen und viele Zimmerpflanzen.

Was hilft: Befallene Pflanzenteile entfernen, gelbe Leimfallen aufstellen. Bei stärkerem Befall helfen Neemöl oder spezielle Insektizide.

Welche Bedingungen begünstigen Krankheiten?

Viele Probleme entstehen nicht durch Pech, sondern durch bestimmte Pflegebedingungen. Diese Faktoren erhöhen das Risiko:

  • Zu enge Bepflanzung verhindert Luftzirkulation und schafft ein feuchtes Mikroklima
  • Abendliches Gießen lässt die Blätter nass über Nacht, ideal für Pilze
  • Staunässe schwächt Wurzeln und macht Pflanzen anfällig
  • Überwintern ohne Kontrolle lässt versteckte Schädlinge in die neue Saison übertragen
  • Geschwächte Pflanzen durch Nährstoffmangel oder falschen Standort werden leichter befallen

Mehr zur richtigen Grundpflege findest du zum Beispiel im Artikel zur Pflege von Orchideen, der viele Prinzipien zeigt, die auch auf andere Blumen übertragbar sind.

Was tun bei erstem Verdacht?

Handele früh, dann bleibt der Aufwand gering. Folge dieser Reihenfolge:

  1. Pflanze isolieren, damit sich ein möglicher Befall nicht auf Nachbarpflanzen ausbreitet
  2. Genau hinschauen: Blattober- und -unterseiten, Stängelansätze, Wurzelhals
  3. Befallene Teile entfernen und im Restmüll entsorgen, nicht im Garten liegenlassen
  4. Behandlung wählen: Zuerst milde Methoden wie Seifenlösung, dann bei Bedarf Neemöl, erst zuletzt chemische Mittel
  5. Ursache beheben: Gießverhalten, Standort oder Düngung anpassen
  6. Beobachten: In den nächsten Wochen regelmäßig kontrollieren

Vorbeugen ist besser als Behandeln

Die beste Strategie gegen Pflanzenkrankheiten ist, gar nicht erst günstige Bedingungen dafür zu schaffen. Gesunde, kräftige Pflanzen sind deutlich widerstandsfähiger.

Wichtige Vorbeugemaßnahmen im Überblick:

  • Pflanzen nicht zu eng setzen und auf ausreichende Luftzirkulation achten
  • Morgens gießen, möglichst ins Substrat und nicht über die Blätter
  • Regelmäßig welke Blüten und abgestorbene Blätter entfernen
  • Werkzeuge nach Kontakt mit kranken Pflanzen reinigen
  • Bei Neupflanzungen auf resistente Sorten achten, besonders bei Rosen
  • Mischkulturen im Beet nutzen: Bestimmte Kräuter wie Lavendel oder Basilikum halten Schädlinge fern

Wer Schnittblumen kauft oder verschickt, sollte auch darauf achten, keine Schädlinge einzuschleppen. Beim Blumenversand kommen die Sträuße meist in gutem Zustand an, aber ein kurzer Check nach dem Auspacken schadet nie.

Häufige Fehler bei der Behandlung

Selbst mit dem richtigen Mittel kann die Behandlung scheitern, wenn sie falsch angewendet wird. Vermeide diese typischen Fehler:

  • Zu spätes Eingreifen: Bei starkem Befall helfen auch gute Mittel oft nicht mehr ausreichend
  • Einmalige Behandlung: Die meisten Pilzkrankheiten und Schädlinge kehren zurück, wenn du nicht mehrfach behandelst
  • Falsche Konzentration: Zu starke Mischungen verbrennen Blätter, zu schwache wirken nicht
  • Behandlung in der Mittagshitze: Direkte Sonne nach dem Sprühen verursacht Blattverbrennungen
  • Mittel wechseln ohne Grund: Lieber eine bewährte Methode konsequent durchführen

Mit etwas Aufmerksamkeit und frühem Eingreifen lassen sich die meisten Pflanzenkrankheiten gut in den Griff bekommen. Regelmäßiges Beobachten deiner Blumen ist die wirkungsvollste Maßnahme, die du ohne jedes Hilfsmittel täglich umsetzen kannst.

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Häufige Fragen

Wie erkenne ich, ob meine Pflanze krank ist oder nur Wassermangel hat?

Bei Wassermangel hängen die Blätter welk, erholen sich aber nach dem Gießen schnell. Krankheiten zeigen sich meist durch Verfärbungen, Flecken, Pusteln oder Belag auf den Blättern, die auch nach dem Gießen bestehen bleiben. Schau dir die Blattunterseiten genau an, dort sitzen viele Schädlinge.

Kann ich Pflanzenschutzmittel aus dem Supermarkt bedenkenlos verwenden?

Viele Mittel aus dem Handel sind für den Hausgebrauch zugelassen und bei richtiger Anwendung sicher. Lies die Gebrauchsanweisung sorgfältig, trage bei Sprühmitteln Handschuhe und behandle Pflanzen nicht in der prallen Sonne. Hausmittel wie Neemöl oder Seifenlösung sind oft eine schonendere erste Wahl.

Muss ich eine befallene Pflanze sofort entsorgen?

Nicht unbedingt. Viele Krankheiten lassen sich in frühen Stadien gut behandeln. Isoliere die befallene Pflanze zunächst von anderen, entferne stark befallene Blätter und beginne mit der passenden Behandlung. Erst wenn der Befall sehr weit fortgeschritten ist oder sich trotz Behandlung ausbreitet, ist eine Entsorgung sinnvoll.

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