DIY: Blumenkranz selber machen
Blumenkranz selbst binden: Material, Schritt-für-Schritt-Anleitung für Haar- und Türkranz, welche Blumen halten, und wie der Kranz möglichst lange frisch bleibt.
Ein Blumenkranz ist eines der wenigen Floristikprojekte, bei denen ein erster Versuch fast immer gelingt. Die Technik ist simpel, das Material günstig, und selbst leichte Unregelmäßigkeiten sehen am Ende gewollt aus. Der Unterschied zwischen einem Kranz, der nach zwei Stunden schlapp hängt, und einem, der zwei Tage hält, liegt fast ausschließlich an der Blumenauswahl.
Material
- Basis: Drahtrohling für Türkränze, biegsamer Blumendraht oder ein Ring aus Weiden- und Birkenzweigen für Haarkränze
- Wickeldraht in dünner Stärke, idealerweise in Grün
- Floristenband zum Abdecken des Drahts, optional aber angenehm für Haarkränze
- Scharfe Schere oder besser ein Messer für den Stielschnitt
- Blumen und Grün, siehe unten
- Bänder oder Schleifen nach Geschmack
Rechne für einen Haarkranz mit etwa 15 bis 20 kleinen Stielen, für einen Türkranz mit dem Drei- bis Vierfachen.
Schritt für Schritt
1. Basis vorbereiten. Beim Haarkranz Draht doppelt legen, auf Kopfumfang plus zwei Zentimeter biegen, Enden ineinander haken. Beim Türkranz den Rohling einmal locker mit Wickeldraht umwickeln, das gibt den späteren Bindungen Halt.
2. Kleine Bündel vorbereiten. Das ist der eigentliche Trick. Statt einzelner Stiele bindest du Grüppchen aus zwei bis vier Elementen: ein Stück Grün, eine Hauptblüte, etwas Füllmaterial. Stiele auf etwa fünf Zentimeter kürzen. Bereite alle Bündel vor, bevor du anfängst zu wickeln.
3. Erstes Bündel anlegen und mit dem Draht drei- bis viermal fest umwickeln. Den Draht dabei nie abschneiden, du arbeitest durchgehend mit einem Strang.
4. Weiterarbeiten in eine Richtung. Jedes neue Bündel überlappt die Stiele des vorherigen, sodass die Bindestellen verdeckt sind. Immer in dieselbe Richtung arbeiten, sonst wirkt der Kranz unruhig.
5. Den Kreis schließen. Das letzte Bündel unter die Blüten des ersten schieben, damit der Übergang verschwindet. Draht mehrfach umwickeln, verzwirbeln und die Enden nach innen biegen, damit nichts piekst.
6. Prüfen und korrigieren. Kranz hochhalten und drehen. Lücken lassen sich mit einzelnen Stielen nachträglich einschieben, überstehende Enden werden gekürzt.
Rechne beim ersten Mal mit etwa einer Stunde, geübt geht ein Haarkranz in 30 Minuten.
Welche Blumen halten
Der entscheidende Punkt. Ein Kranz hat keine Wasserversorgung, die Blumen zehren nur von dem, was im Stiel steckt. Deshalb funktionieren feste, eher trockene Blüten am besten:
Zuverlässig:
- Wachsblume und Statice
- Schleierkraut
- Nelken
- Kleine Rosen und Spraydosen
- Chrysanthemen
- Gänseblümchen
- Eukalyptus, Rosmarin, Olivenzweige als Grün
Problematisch:
- Tulpen und Narzissen, zu wasserreich und weich
- Hortensien, welken ohne Wasser innerhalb von Stunden
- Große, schwere Blüten, die den Kranz aus der Form ziehen
Als Faustregel: Was sich zwischen den Fingern fest anfühlt, hält. Was sofort nachgibt, hält nicht.
Haltbarkeit verlängern
- Kühl lagern. Über Nacht in den Kühlschrank, locker in feuchtes Küchenpapier gewickelt und in einer Tüte. Das bringt oft einen ganzen zusätzlichen Tag.
- Leicht besprühen, aber nicht durchnässen. Feuchte Bindestellen fangen an zu faulen.
- Sonne und Heizung meiden. Beides zieht das Wasser aus den Blüten.
- Am Ende erst binden. Je kürzer die Zeit zwischen Binden und Tragen, desto besser.
Die haltbare Variante: Trockenblumen
Wenn der Kranz länger halten oder weit im Voraus fertig sein soll, führt der Weg über Trockenblumen. Strohblume, Statice, Lavendel, Gräser, Pampasgras und getrocknete Hortensien lassen sich genauso binden, halten aber Monate bis Jahre.
Die Technik ist identisch, nur vorsichtiger: Getrocknete Stiele brechen leicht, deshalb weniger stramm wickeln. Ein bewährter Mittelweg ist die Mischung, bei der ein getrocknetes Grundgerüst mit wenigen frischen Blüten ergänzt wird, die sich austauschen lassen.
Anlässe
- Hochzeit: Haarkränze für Braut und Brautjungfern, passend zum Strauß gebunden. Ideen zur Farbabstimmung liefert die Seite zu Hochzeitsblumen.
- Türkranz: als Willkommensgruß, saisonal wechselnd. Für den Herbst finden sich passende Materialien in den herbstlichen Dekoideen.
- Tischdeko: flach gelegt mit einer Kerze oder Vase in der Mitte.
- Kindergeburtstag: Gänseblümchen und Wiesenblumen sind stabil genug und lassen sich von Kindern selbst binden.
Wer nach dem Kranz weiter in die Floristik einsteigen will, findet im Beitrag zu modernen Techniken der Blumenarrangements die Gestaltungsprinzipien, die auch für größere Projekte tragen.
Häufige Fragen
Wie lange hält ein selbstgemachter Blumenkranz?
Ein Kranz aus frischen Blumen hält je nach Sorte und Temperatur ein bis drei Tage. Über Nacht im Kühlschrank, locker in feuchtes Küchenpapier gewickelt, lässt sich das verlängern. Mit Trockenblumen gebunden hält derselbe Kranz Monate bis Jahre.
Welche Blumen eignen sich für einen Haarkranz?
Kleine, stabile Blüten mit festem Stiel: Wachsblume, Schleierkraut, Statice, kleine Rosen, Nelken, Gänseblümchen und Kräuter wie Rosmarin oder Eukalyptus. Großblütige, wasserreiche Sorten wie Tulpen oder Hortensien knicken und welken zu schnell.
Braucht man einen Drahtrohling?
Für Türkränze ja, er gibt die Form vor. Für Haarkränze reicht ein biegsamer Draht, den du auf Kopfumfang zurechtbiegst, oder ein Ring aus Weiden- und Birkenzweigen. Der Zweigring hat den Vorteil, dass er selbst schon dekorativ ist.
Wann bindet man den Kranz vor einer Feier?
Bei frischen Blumen am Vortag oder am Morgen, danach kühl und dunkel lagern. Wer weiter im Voraus planen will, bindet mit Trockenblumen: Der Kranz kann dann Wochen vorher fertig sein und sieht am Tag der Feier genauso aus.