Die besten Blumen für einen bienenfreundlichen Garten
Welche Blumen Bienen wirklich nutzen: nektarreiche Arten, Blühfolge von Februar bis Oktober, heimische Wildstauden und die Fehler, die einen Garten unattraktiv für Bestäuber machen.
Ein bienenfreundlicher Garten ist kein Verzicht auf Gestaltung, sondern meistens die schönere Variante. Nektarreiche Arten sind in der Regel robuster, brauchen weniger Pflege und blühen länger als hochgezüchtete Sorten. Der ökologische Nutzen kommt oben drauf: Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge bestäuben einen großen Teil unserer Obst- und Gemüsepflanzen, und ihr Bestand hängt unmittelbar daran, ob sie im Siedlungsraum noch Nahrung finden.
Der wichtigste Punkt vorweg, weil er die meisten Fehlkäufe verhindert: Es kommt auf ungefüllte Blüten an. Gefüllte Zuchtformen von Dahlien, Rosen oder Ranunkeln wirken üppiger, haben ihre Staubblätter aber zu zusätzlichen Blütenblättern umgebildet. Für ein Insekt ist eine solche Blüte ein leeres Schaufenster.
Arten mit hoher Nektar- und Pollenleistung
Diese Gruppe bildet das Rückgrat. Sie liefert verlässlich Nahrung und ist gleichzeitig gärtnerisch unkompliziert:
- Lavendel - lange Blütezeit, extrem gut angeflogen, trockenheitsverträglich
- Kornblume - Klassiker, versamt sich willig, auch für magere Böden
- Ringelblume - blüht bis in den Frost hinein, essbare Blüten
- Sonnenblume - hohe Pollenmenge, aber auf pollenlose Ziersorten achten
- Klee - im Rasen geduldet einer der wirkungsvollsten Bienenlieferanten überhaupt
- Thymian, Oregano, Salbei - Küchenkräuter, die man blühen lässt, sind Spitzenreiter
Wer nur wenig Platz hat, fährt mit Lavendel und blühenden Küchenkräutern am besten: viel Wirkung pro Quadratmeter, und beides funktioniert auch im Kübel auf dem Balkon.
Die Blühfolge ist wichtiger als die Menge
Ein Garten, der im Juli explodiert und sonst nichts bietet, hilft wenig. Bestäuber brauchen ein durchgehendes Angebot von den ersten warmen Februartagen bis in den Oktober. Zwei Lücken sind typisch:
Das Frühjahr. Wenn die ersten Königinnen ausfliegen, blüht in vielen Gärten noch nichts. Krokus, Schneeglöckchen, Winterling, Blausterne und vor allem blühende Weiden schließen diese Lücke.
Die Junilücke. Nach der Obstblüte und vor dem Aufblühen der Sommerstauden entsteht regelmäßig eine Phase mit wenig Angebot. Wiesensalbei, Natternkopf, Glockenblumen und früh blühende Stauden überbrücken sie.
Der Spätsommer. Ab September wird es dünn. Astern, Fetthenne, Efeu und Herbstanemonen sind hier die entscheidenden Arten. Efeu ist der wohl unterschätzteste Spätblüher überhaupt, weil er als Letzter im Jahr noch große Mengen Nektar liefert.
Heimische Wildstauden für spezialisierte Arten
Viele Wildbienenarten sind oligolektisch, also auf bestimmte Pflanzenfamilien spezialisiert. Für sie sind exotische Zierpflanzen wertlos, egal wie üppig sie blühen. Heimische Arten decken diesen Bedarf ab:
- Wiesensalbei
- Wiesenflockenblume
- Wiesenknopf
- Natternkopf
- Glockenblumen
- Hornklee
Eine Ecke mit heimischen Wildstauden neben den klassischen Gartenblumen ist der wirkungsvollste einzelne Schritt für die Artenvielfalt. Wie du eine solche Fläche anlegst, steht ausführlich im Beitrag zur Wildblumenwiese.
Pflegeleichte Dauerblüher
Wenn wenig Zeit da ist, tragen diese Arten den Garten fast von allein:
- Fetthenne - Spätblüher, sehr trockenheitsverträglich
- Sonnenhut - lange Blüte, standfest
- Glockenblume - anspruchslos, verträgt Halbschatten
- Mädchenauge - blüht monatelang durch
- Katzenminze - nach dem ersten Rückschnitt zweite Blüte
Alle fünf kommen mit wenig Wasser aus und passen damit auch zu einem Beet für trockene Standorte.
Was einen Garten für Bienen unbrauchbar macht
Ein paar Dinge heben den Nutzen aller Bepflanzung wieder auf:
- Pestizide. Insektizide treffen Bestäuber direkt, viele Mittel wirken auch in Spuren noch auf Orientierung und Brutpflege.
- Gefüllte Zuchtsorten. Siehe oben. Der häufigste ungewollte Fehler.
- Zu ordentlich. Abgeblühte Stauden im Herbst stehen zu lassen bietet Überwinterungsplätze. Der komplett abgeräumte Garten ist im Frühjahr leer.
- Versiegelte und geschotterte Flächen. Die meisten Wildbienen nisten im Boden und brauchen offene, sonnige Erd- oder Sandstellen.
Wer diese vier Punkte vermeidet und auf eine durchgehende Blühfolge achtet, hat mehr erreicht als mit jedem gekauften Insektenhotel. Weitere Hintergründe zum Zusammenspiel von Pflanze und Bestäuber findest du im Beitrag über die Beziehung zwischen Blumen und Bienen.
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Zum Shop-VergleichHäufige Fragen
Welche Blumen sind am besten für Bienen?
Nektar- und pollenreiche, ungefüllte Arten. Zuverlässig sind Lavendel, Kornblume, Ringelblume, Sonnenblume, Wiesensalbei, Thymian, Oregano und Klee. Entscheidend ist die ungefüllte Blüte: Gefüllte Zuchtsorten sehen üppiger aus, liefern aber oft weder Nektar noch Pollen.
Wann brauchen Bienen im Jahr am dringendsten Nahrung?
Im zeitigen Frühjahr und im Spätsommer. Zwischen dem Ende der Obstblüte und dem Aufblühen der Sommerstauden entsteht oft eine Trachtlücke im Juni, und ab September wird das Angebot knapp. Wer diese beiden Fenster mit Krokus, Weide, Efeu und Astern abdeckt, hilft mehr als mit einem üppigen Juli.
Sind heimische Wildblumen besser als Zuchtsorten?
Für viele Wildbienen ja. Ein erheblicher Teil der heimischen Wildbienenarten ist auf bestimmte Pflanzenfamilien spezialisiert und kann mit exotischen Zierpflanzen nichts anfangen. Eine Mischung aus heimischen Wildstauden und bewährten Gartenblumen deckt beide Seiten ab.
Reicht ein Insektenhotel, um Bienen zu helfen?
Nein. Nisthilfen nützen nur, wenn im Umkreis auch genug Nahrung wächst, und sie sprechen ohnehin nur einen Teil der Arten an. Die meisten Wildbienen nisten im Boden und brauchen offene, sonnige Sandstellen statt eines Hotels.