Tipps zum Pflanzen und Pflegen von Blumen
Die Grundlagen, die über Erfolg entscheiden: Standort ehrlich bestimmen, Boden vorbereiten, richtig pflanzen und wässern, düngen mit Maß und Probleme früh erkennen.
Die meisten Rückschläge im Garten gehen nicht auf mangelndes Talent zurück, sondern auf wenige immer gleiche Punkte: falscher Standort, unvorbereiteter Boden, zu häufiges und zu oberflächliches Gießen. Wer diese drei ernst nimmt, hat den größten Teil erledigt.
Der Standort entscheidet, bevor du pflanzt
Es ist der wirkungsvollste Schritt und gleichzeitig der am häufigsten übersprungene. Eine Pflanze am richtigen Platz braucht kaum Zuwendung, eine am falschen Platz braucht dauerhaft Aufmerksamkeit und bleibt trotzdem unbefriedigend.
Beobachte über einen sonnigen Tag hinweg, wo wann die Sonne steht. Die üblichen Kategorien bedeuten:
- Vollsonnig: mindestens sechs Stunden direkte Sonne
- Halbschattig: drei bis fünf Stunden Sonne oder ganztägig helles Streulicht
- Schattig: weniger als drei Stunden direkte Sonne
Dazu kommen zwei Faktoren, die oft vergessen werden: Wind, der stärker austrocknet als Sonne, und Bodenfeuchte. Trockener Schatten unter Bäumen ist ein völlig anderer Standort als feuchter Schatten an einer Nordwand. Welche Arten wo funktionieren, steht im Beitrag zu Blumen für den Schatten.
Den Boden vorbereiten
Unsichtbar und trotzdem entscheidend. Prüfe zunächst die Bodenart mit der Fingerprobe: Lässt sich feuchte Erde zu einer Wurst rollen, ist es Lehm. Rieselt sie durch die Finger, ist es Sand.
- Schwerer Lehmboden wird mit Sand, Kies und Kompost durchlässiger gemacht. Er speichert Nährstoffe gut, neigt aber zu Staunässe.
- Leichter Sandboden wird mit Kompost und reifem Mist aufgebessert, damit er Wasser und Nährstoffe halten kann.
- Verdichtete Flächen tief lockern. Das ist Arbeit, aber die Wurzeln kommen sonst nicht voran.
Kompost ist dabei fast immer die richtige Antwort: Er verbessert schwere wie leichte Böden, weil er Struktur bringt.
Richtig pflanzen
Zeitpunkt. Stauden und Gehölze im Herbst, dann wurzeln sie bis zum Frost an und starten im Frühjahr durch. Frostempfindliche Sommerblumen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai. Zwiebelblüher für das Frühjahr von September bis November.
Vorgehen:
- Ballen vor dem Pflanzen gründlich wässern, am besten bis keine Blasen mehr aufsteigen
- Pflanzloch etwa doppelt so breit wie der Ballen ausheben, die Wände aufrauen
- Aushub mit Kompost mischen
- Pflanze so tief setzen, dass der Ballen bündig mit der Erdoberfläche abschließt
- Erde andrücken und einen kleinen Gießrand formen
- Kräftig angießen, auch bei feuchter Witterung
Abstände einhalten. Der häufigste Ungeduldsfehler. Was frisch gepflanzt zu weit auseinander aussieht, ist nach zwei Jahren richtig. Zu eng gesetzte Pflanzen konkurrieren um Licht und Wasser und trocknen nach Regen schlechter ab, was Pilzkrankheiten begünstigt.
Gießen
Die wichtigste Regel lautet: seltener, dafür durchdringend. Ein kräftiger Guss zweimal pro Woche zieht die Wurzeln in die Tiefe, wo der Boden länger feucht bleibt. Tägliches oberflächliches Gießen hält die Wurzeln oben und macht die Pflanze bei der ersten Trockenphase anfällig.
Weitere Punkte:
- Morgens gießen. Das Laub trocknet über Tag ab, Schnecken und Pilze finden weniger Angriffsfläche
- An die Wurzel, nicht über die Blätter
- In der Anwachsphase im ersten Jahr regelmäßig wässern, auch bei trockenheitsverträglichen Arten
- Mulchen reduziert die Verdunstung erheblich und unterdrückt gleichzeitig Unkraut
Düngen mit Maß
Mehr hilft hier ausdrücklich nicht mehr. Überdüngung erzeugt weiches, schnelles Wachstum, das Läuse und Pilzkrankheiten anzieht, und kann Wurzeln verbrennen.
- Kompost im Frühjahr deckt bei den meisten Staudenbeeten den Bedarf bereits
- Flüssigdünger vor allem für Kübel und Balkonkästen, wo der Vorrat begrenzt ist
- Immer auf feuchten Boden düngen
- Ab August stickstoffarm, damit die Triebe bis zum Frost ausreifen
Typische Zeichen für zu viel: viel Blattmasse bei wenigen Blüten, braune Blattränder, weiße Krusten auf der Erde.
Über die Saison
Verblühtes entfernen. Bei vielen Arten der wirksamste einzelne Handgriff für eine längere Blüte. Die Pflanze steckt ihre Energie sonst in die Samenbildung.
Rechtzeitig stützen. Hohe Stauden wie Rittersporn und Pfingstrosen bekommen ihre Stütze im Frühjahr, nicht erst, wenn sie bereits liegen.
Regelmäßig kontrollieren. Ein Rundgang alle paar Tage kostet Minuten und erspart die großen Probleme. Wie sich Schadbilder unterscheiden lassen, zeigt der Beitrag zu Pflanzenkrankheiten.
Im Herbst nicht alles abräumen. Stauden erst im Frühjahr zurückschneiden. Die Halme schützen die Pflanze und bieten Insekten Überwinterungsquartiere. Was im Winter zusätzlich zu tun ist, steht im Beitrag zur Blumenpflege im Winter.
Die häufigsten Fehler auf einen Blick
- Pflanze nach Aussehen statt nach Standort gekauft
- Boden nicht vorbereitet
- Zu eng gepflanzt
- Täglich wenig statt selten viel gegossen
- Überdüngt in der Annahme, damit die Blüte zu fördern
- Im Herbst radikal abgeräumt
Wer weiter einsteigen möchte: Für Zwiebelblüher lohnt der Beitrag zum Pflanzen von Blumenzwiebeln, für die Vermehrung eigener Bestände der Artikel zur Pflanzenvermehrung.
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Zum Shop-VergleichHäufige Fragen
Wann ist die beste Pflanzzeit für Blumen?
Für Stauden und Gehölze der Herbst, weil der Boden noch warm ist und die Wurzeln bis zum Frost anwachsen. Frostempfindliche Sommerblumen kommen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freiland. Zwiebelblüher für das Frühjahr werden von September bis November gesteckt.
Wie tief pflanzt man Blumen?
Stauden so tief, dass der Wurzelballen bündig mit der Erdoberfläche abschließt. Zwiebeln nach der Faustregel etwa doppelt bis dreimal so tief wie die Zwiebel hoch ist. Zu tief gesetzte Stauden faulen am Wurzelhals, zu flach gesetzte trocknen aus.
Wie oft muss man Blumen gießen?
Seltener, aber durchdringend. Ein kräftiger Guss zweimal pro Woche zieht die Wurzeln in die Tiefe, tägliches oberflächliches Gießen hält sie oben und macht die Pflanze anfällig für Trockenheit. Am besten morgens, damit das Laub über Tag abtrocknet.
Kann man mit zu viel Dünger schaden?
Ja. Überdüngung führt zu weichem, schnellem Wachstum, das anfälliger für Läuse und Pilzkrankheiten ist, und kann die Wurzeln verbrennen. Typische Zeichen sind braune Blattränder und viel Blattmasse bei wenig Blüten. Im Zweifel schwächer dosieren als angegeben.